Ergebnisse Freies Fotografieren: Muster

Auch im Oktober trafen wir uns für das Format „Freies Fotografieren“. Thema war diesmal das Stichwort „Muster“. Eine Auswahl der entstandenen Bilder findet Ihr untenstehend.

Ergebnisse Workshop: Architekturfotografie

Wie mit Sicherheit schon sehnlichst erwartet, gibt es jetzt die Ergebnisse des Architekturfotografie-Workshops, den wir Ende August mit Unterstützung von Patrick Zasada abgehalten haben. An dieser Stelle noch einmal vielen herzlichen Dank für deine Unterstützung und den super interessanten, informativen und entspannten Workshop.

Mit dem Workshop wollten wir einen Einblick in die Fotografie von Architektur und Immobilien mit all ihren Facetten bekommen. Das heißt unter anderem: Wie suche ich mir aus, welches oder welche Gebäude ich fotografieren möchte? Wann kann ich das Gebäude am besten fotografieren? Was ist charakteristisch für die Architektur und wie bringe ich das in mein Bild? Welche Ausstattung benötige ich und welche Einstellungen? Dies sind nur einige der Fragen, die wir mit diesem Workshop beantworten wollten.

Jetzt gibts aber erstmal die Ergebnisse und dann noch ein paar Worte dazu, wie der Workshop abgelaufen ist und was wir gelernt haben. Also erstmal viel Spaß und bis später!

Nun gibt es ein paar Details zum Architekturfotografie-Workshop in Frankfurt Ende August.

Als Darmstädter lag es für uns nahe , dass wir für diesen Workshop Frankfurt am Main mit seinen Häuserschluchten als Motiv gewählt haben. Natürlich hatte auch unser Workshopleiter Patrick das empfohlen, denn die Stadt bietet eine Vielzahl an Gebäuden aus unterschiedlichen Epochen. Wir widmeten uns dennoch hauptsächlich der modernen Architektur, speziell den Wolkenkratzern in Frankfurt. Zu diesen zählt zum Beispiel auch der Messeturm in Frankfurt, wegen seiner markanten Spitze auch als „Bleistift“ bekannt. Dort traffen wir uns am Vormittag und bekamen eine Einführung in das Thema Architekturfotografie. Dazu wurden Einiges direkt am Beispiel Messeturm erläutert. Was macht das Gebäude aus und wie bringe ich die besonderen Merkmale am besten in meinem Bild rüber. Welche Teile des Gebäude kann und will ich fotografieren, welche Formen sind interessant, markant, architektonisch wertvoll. Dazu ist es wichtig den richtigen Standpunkt auszuwählen. Weiterhin muss der Bildausschnitt weise gewählt werden. Habe ich störende Bildelemente wie Bäume, Personen oder Ausschnitte von anderen Gebäuden. Spiegelungen in Fenstern können sowohl störend sein, oder auch als verstecktes Detail bewusst in das Bild integriert werden. Sehr wichtig sind auch die Linien in einem Bild. Treffen sie in einem Fluchtpunkt zusammen, sollte dieser innerhalb des Bildes liegen, da dies meist als angenehmer empfunden wird. Ein steiler Winkel kann helfen eine gewisse Tiefe – oder in diesem Fall Höhe – zu erzeugen. Einer der wohl wichtigsten Punkte bleibt aber die Symmetrie. Viele Menschen empfinden Symmetrie als schön. Je symmetrischer ein Bild also ist, desto „perfekter“ erscheint es dem Betrachter. Dazu passen auch die Eckläufer, an denen wir uns allesamt versucht haben. Dies sind nichts weiter als Linien im Bild die genau in die Ecken laufen. Nicht immer ein Muss, aber manchmal störend wenn eine Linie die Ecke knapp verfehlt.

Unser Streifzug durch die Hochhausschluchten führte uns über das kap europa weiter zum Westend 1 mit seiner markanten Krone. Durch seine verschiedenen Gebäudeteile eine kleine Herausforderung für uns Neulinge in der Architekturfotografie. Anschließend ging es weiter zum Silberturm in Frankfurt, mit seiner spiegelnden Oberfläche perfekt zum spielen mit Spiegelungen. Bis in den Nachmittag hinein vertrieben wir uns die Zeit zwischen den Wolkenkratzern, den Kopf meist in den Nacken gelegt, zuweilen sogar in Yoga-ähnlichen Positionen, um den besten Winkel zu finden.

Schulter-und Nackentraining (Viviane Seidel)

Was gibt es eigentlch zur Ausstattung zu sagen? Letztendlich bleibt es jedem selbst überlassen, was er nutzt. Durch die Größe der Motive und meist geringe Distanz zu ihnen ist jedoch eine kurze Brennweite in vielen Fällen die erste Wahl. Außerdem kann ein Stativ die Arbeit erleichtern und kleine Verschiebungen in der Symmetrie durch Zittern, Wackeln, etc. verhindern. Aber auch eine Tilt-Shift-Linse, sowie ND- und Polfilter können eingesetzt werden um bestimmte Effekte zu erzielen. Zum Beispiel gerade Häuserkanten, ein richtig belichteter Himmel, weniger Spiegelungen, verzogene Wolken oder das Entfernen von Personen, die durch das Bild laufen.

Und nun noch ein paar Worte zur Wahl der Einstellungen. Um die schärfsten Bilder zu erhalten sollte man eine Blende zwischen 5.6 und 8 wählen. Viele Objektive haben ihren schärfsten Bereich zwischen diesen Werten. Weiter unterhalb wird die Schärfentiefe zu gering, oberhalb kommt Beugungsunschärfe ins Spiel. Die ISO wählt man am besten niedrig, sprich 100, um das Rauschen so gering wie möglich zu halten. Verschlusszeiten variieren je nach Vorhaben und Lichtsituation sehr stark zwischen einigen Sekunden und Bruchteilen von Sekunden. Hier hält man sich am besten an das Histogramm. Dort versucht man eine möglichst helle Belichtung zu erreichen, ohne dabei überbelichtete Bildbereiche zu bekommen. Das bedeutet kurz gesagt man versucht das Histogramm so weit an den rechten Rand zu schieben, dass es gerade nicht abgeschnitten wird. Mehr dazu findet man unter dem Stichwort ETTR (Expose to the right). Dies sind alles nur grobe Empfehlungen, die natürlich nicht immer zutreffen. Hier gilt wie immer: Probieren geht über Studieren. Und wer Interesse hat, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen der ist herzlilch eingeladen bei uns vorbeizukommen, es finden sich immer Leute, die Lust haben mal wieder Architektur zu fotografieren. Weiter gibt es ein tolles Buch von unserem Workshopleiter Patrick in dem von vorne bis hinten alles zur Immobilien- und Architekturfotografie detailiert erklärt wird ( ISBN13: 978-3832803698 ).

Lessons Learned:

  • Was will ich zeigen, Gebäudeteile, Formen, etc.
  • Ausrüstung: Stativ, Weitwinkel, Tilt-Shift-Linse, ND-Filter (Personen entfernen, Wolken, etc.), Polfilter (Himmel, Spiegelungen)
  • Bildauschnitt, störende Elemente
  • fallende Linien
  • Fluchtpunkt im Bild
  • steiler Winkel erzeugt Tiefe
  • Symmetrie Symmetrie Symmetrie, falsche Position beim Fotografieren kann in der Nachbearbeitung meist nur schwer oder auch gar nicht ausgebessert werden
  • Eckläufer
  • Histogramm -> ETTR
  • Blende 5.6-8, Fokussieren auf Kernelement im Bild
  • Buchempfehlung: ISBN-13: 978-3832803698

Rückblick zum Workshop „Analoge Fotografie“

Die Flut an Bildern, die heutzutage gemacht werden, reißt einen mit, wie ein tosender Strom unzähliger verschiedener Eindrücke, die man unmöglich alle auf sich wirken lassen kann. Innerhalb von Sekunden entsteht ein digitales Bild und ist über das World Wide Web mit der ganzen Welt geteilt. Im Februar haben wir einen Rückblick in längst vergangene Zeiten der Fotografie gewagt und gelernt, welch entschleunigende Wirkung die analoge Fotografie haben kann.
Der Workshop fand in der Dunkelkammer des Fotoclub Darmstadt (www.fotoclub-darmstadt.de) statt, die sie uns freundlicherweise unter Aufsicht und Anleitung eines Mitgliedes, das auch in unserer Hochschulgruppe mitmischt, zur Verfügung gestellt hatte.
An drei Tagen gab es eine Menge Input mit einem geringen, aber dadurch sehr lohnenswerten Output als Belohnung.


Im ersten Teil wurden den Teilnehmern die Grundlagen vermittelt, also alles von der Herkunft des Wortes Fotografie – vom altgriechischen photós „Licht“ und graphein „zeichnen“, also in etwa „Zeichnen mit Licht“ – über die fotochemische Reaktion, die ersten aufgenommenen Bilder und verschiedene Kameras. Weiterhin wurde das Einlegen eines Films – wir beschränkten uns in diesem Workshop der Einfachheit halber alle auf den gleichen 35mm-Film (Fomapan 100) – in die verschiedenen Kameramodelle gezeigt und geübt. Für die kommende Woche hieß es dann, Motive suchen, Belichtung checken, Kamera einstellen, Ausschnitt wählen und warten. Gerade das Warten auf die Ergebnisse erzeugt eine Spannung, die einen auch dazu bringt, sich mehr Gedanken beim Schießen der Bilder zu machen, schließlich will man nicht den kostbaren Film mit lauter unscharfen, falsch belichtete oder uninteressanten Bilder füllen.


Im zweiten Teil haben wir dann das Entwickeln des Films besprochen und ausprobiert. Zuerst musste der belichtete Film in der Kamera zurückgespult werden. Das bedeutet, der Film muss zurück in die Filmrolle, wo er vor Licht geschützt ist, wenn er aus der Kamera genommen wird. Zum Entwickeln der Filme müssen diese wiederum in eine Spule eingespult werden, die in eine lichtdichte Entwicklungsdose gesetzt wird. Dieser Vorgang muss im Dunkeln von Statten gehen, da der Film immer noch lichtempfindlich ist. Mit einem Testfilm haben wir zunächst einige Male im Tageslicht das Einspulen geübt, anschließend noch ein paar Mal mit verschlossenen Augen und schlussendlich mit den belichteten Filmen in der Dunkelkammer. Ganz leicht ist das nicht, aber mit ein bisschen Übung haben wir es alle gut hinbekommen.

Die eingespulten und in die Dose gesetzten Filme dürfen dann wieder ans Licht. Zunächst wird nun die Entwicklerflüssigkeit in die Dose gegeben, die das latente Bild auf dem Film sichtbar macht. Hierbei ist auf die richtige Zeit und Temperatur zu achten, die sich jeweils nach dem benutzen Film richten. Außerdem gibt es einen Kipprhythmus, in dem die Dose gedreht werden muss, damit der komplette Film mit Entwicklerflüssigkeit benetzt wird und sich keine Luftblasen an ihm festsetzen. Nach dem Ablauf der Zeit muss der Entwicklungsprozess gestoppt werden. Die Entwicklerflüssigkeit wird in eine Chemieflasche gekippt und muss fachgerecht entsorgt werden, die Entwicklungsdose wird mit Wasser gefüllt um die Reste des Entwicklers vom Film zu spülen. Anschließend wird ein Fixierer in die Dose gefüllt, der die restlichen lichtempfindlichen „Körner“ vom Film spült. Nach dem gleichen Prinzip wie beim Entwickeln wird der Film ca. vier Minuten fixiert (hier sollten die Herstellerangaben des Fixierers beachtet werden). Den Fixierer kann man mehrmals verwenden. Der Film ist nun nicht mehr lichtempfindlich und kann aus der Dose genommen werden. Im letzten Schritt wird der Film gewässert und damit archivfest gemacht. Dies kann in der Dose passieren oder indem man die Spule unter fließendes Wasser hält. Der fertig entwickelte Film wird zum Trocknen mit Hilfe von Klammern aufgehängt.


Im Dritten Teil des Workshops haben wir die entwickelten Negative in kürzere Streifen aufgeteilt und in Negativhüllen sortiert. Schreibt man sich die Daten zum Film und zur Entwicklung auf den Rand, kann man Negative mit anderen Filmen vergleichen und den Entwicklungsprozess besser verstehen.

Bevor wir nun zu den Abzügen der Bilder kamen, haben wir einen Kontaktabzug des gesamten Films erstellt. Dabei werden alle Negative direkt auf ein Fotopapier gelegt und belichtet. Anhand der kleinen Positive kann man dann Bilder auswählen, von denen man große Abzüge machen möchte.

Die Abzüge werden mit Hilfe eines Vergrößerers gemacht, der vereinfacht aus einer Lampe und einer Linse zwischen die das Negativ gelegt wird. Durch den Abstand zum Boden (Grundplatte) kann man nun die Größe des Positivs auswählen. Hat man eine Auswahl getroffen legt man das Negativ in den Negativhalter des Vergrößerers ein und fertigt einen Teststreifen an. Dazu schneidet man ein Blatt des fotoempfindlichen Papiers in Streifen und belichtet ihn mit unterschiedlichen Zeiten, um die richtige Entwicklungszeit für das Positiv herauszufinden. Am besten wählt man Bereiche mit dunklen und hellen Stellen, um sicherzustellen, dass sowohl Schatten, als auch Lichter richtig ausbelichtet werden. Das belichtete Fotopapier wird ähnlich wie der belichtete Film, allerdings in Schalen, zuerst in einen Entwickler gelegt, anschließend zwischengewässert und zum Schluss fixiert. Auch hier sind, je nach Papier und Chemikalien, bestimmte Zeiten einzuhalten und man achtet darauf, dass das gesamte Papier benetzt wird. Hat man die richtigen Einstellungen zur Belichtung gefunden wird ein ganzes Fotopapier unter den Vergrößerer gelegt, die richtigen Einstellungen eingestellt, das Papier ausbelichtet und anschließend in der Fotochemie entwickelt und fixiert. Das fixierte Bild wird anschließende ca. 10min gewässert und getrocknet. Fertig sind die Abzüge und damit die Belohnung für die Arbeit.

Wer sich gerne weiter mit dem Thema beschäftigen will ist herzliche bei uns willkommen. Weiterhin gibt es zum Beispiel hier viele Informationen zum Entwickeln eines S/W-Films und zur analogen Fotografie: https://analoge-fotografie.net/selbst-entwickeln/sw-film/
Außerdem möchten wir noch ein etwas älteres Buch empfehlen, in dem viele allgemeine Informationen zur Fotografie zu finden sind, aber auch einiges zur analogen Fotografie. Man findet dies gebraucht für sehr wenig Geld in den bekannten Anlaufstellen. (Hedgecoes Fotohandbuch, Hallwag Verlag)