Workshop ‘Einführung Komposition und Technik’

Der Workshop zum Thema ‚Einführung in Komposition und Technik‘ am 29.07.2019 wurde von Fabian und Robin vorbereitet und gehalten. Die beiden haben in einem einstündigen theoretischen Teil behandelt was überhaupt Komposition ist, wie man sie steuern kann und an mitgebrachten Beispielen besprochen, welche Mittel in den Beispielbildern verwendet wurden.

Das Gelernte wurde dann in zwei Blöcken angewendet. Zuerst wurden Bilder der Teilnehmer an die Wand projiziert und gemeinsam die Komposition analysiert sowie Verbesserungsmöglichkeiten besprochen. Mit diesem Wissen haben die Mitglieder des UniFotoClub Darmstadt dann die Umgebung der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt nach möglichen Kompositionen durchkämmt. Die Ergebnisse wurden bereits am Stammtisch vom 10.07.2019 besprochen und können ebenso wie die ‚Lessons learned‘ am Ende des Beitrag gefunden werden.

Essentials: Workshop Komposition

Für all diejenigen, die nicht beim Workshop ‚Einführung Komposition und Technik‘ dabei sein konnten, folgt nun eine kurze Zusammenfassung der besprochenen Inhalte. Am Ende dieses Abschnitts findest Du außerdem die Folien der Theorie Stunde. Wir empfehlen parallel zum Lesen des Textes bereits die Folien zu betrachten, die noch mehr in die Tiefe gehen sowie Bildbeispiele mitbringen.

Eine Komposition ist geprägt von vier Leitfragen. Diese sollten sowohl bei der Gestaltung des Bildes beachtet werden als auch beim Betrachten eines Bildes hinterfragt werden. Sind die gefundenen Antworten identisch, weiß man: „Das Bild funktioniert.“

  • Was ist mein Subjekt / Motiv?
  • Was möchte ich zeigen / erzählen?
  • Wie teile ich mein Bild ein?
  • Wie wird der Betrachter später auf mein Bild schauen?

Anstatt die unendlich vielen Varianten von im Internet kursierenden Kompositionsregeln durchzuackern, haben wir uns dafür entschieden die Grundlagen zu beleuchten mit denen sich jede der Regeln kinderleicht herleiten lässt.

Was ist mein Subjekt / Motiv?

Zuerst sollte die Frage sein, was man überhaupt fotografieren will. Dieses Subjekt / Motiv muss man dann im Sucher der Kamera fixieren und hat dabei diverse Einflussmöglichkeiten. Durch den Standpunkt und die Ausrichtung ergeben sich bereits die ersten Möglichkeiten den Ausschnitt zu beeinflussen.

Wie zeige ich mein Subjekt/ MOTiv (Kontext, ALLEINE, Detail)?

Durch die Wahl des Standpunkts aber auch durch die Wahl des Objektives (und damit der Brennweite und der Blende) lässt sich beeinflussen, wie das Subjekt abgelichtet wird. Entweder stellt man das Subjekt im Kontext bzw. in seiner Umgebung dar, separiert es von seiner Umgebung oder zeigt sogar nur einen Ausschnitt oder ein Detail.

Wie teile ich mein Bild ein?

Nachdem geklärt ist, was ich wie abbilden will, schließt sich die Frage an, wie die einzelnen Aspekte im Bild verteilt werden. Der Sucher der Kamera gibt zwar einen Bildrahmen vor, allerdings ist es auch möglich im Nachgang einen anderen Schnitt zu verwenden: Quadrat, Panorama, 2:3 und viele mehr. Typische Anhaltspunkte für die darauf folgende Bildaufteilung sind zum Beispiel: goldener Schnitt, Drittel- und Diagonal-Regel. Auf den Schnittpunkten angeordnete Subjekte nimmt der Mensch in der Regel als harmonisch wahr und bleibt daran hängen. Gleiches gilt für die Einteilung nach einer Symmetrie.

Wie wird der Betrachter später auf mein Bild schauen?

Nachdem nun auch festgelegt ist, wie die Objekte im Bild platziert werden sollen, gibt es noch weitere Möglichkeiten die Sichtweise des Betrachters zu beeinflussen. Eines haben alle Punkte gemeinsam – alle führen den Blick des Betrachters durch das Bild:

  • Kontrast
  • Balance
  • Führungslinien
  • Tiefe

Durch Variation des Standpunktes, der Kameraeinstellung, Lichtsetzung, Timing und vieles mehr lassen sich die obenstehenden Parameter beeinflussen.

Download der Präsentation

Galerie

Lessons Learned

  • Wenn die Leitfragen von Betrachter und Fotograf gleich beantwortet werden „funktioniert das Bild“
  • Komposition bestimmt maßgeblich, wolang der Blick wandert und wo er hängen bleibt.
  • Mit einem Grundverständnis kommt man weiter als mit strikten Regeln
  • Mit befolgen einfacher Grundregeln kann man seine Bildergebung direkt verbessern.
  • Unbequeme Perspektiven geben oft bessere Bilder (z.B. in der Hocke, auf dem Boden)
  • Jedes Motiv ist mit beliebig vielen verschiedenen Kompositionen abbildbar.
  • Jeder hat eine andere Art Bilder zu machen und wahrzunehmen
  • Obwohl Komposition beim Fotografieren allgegenwärtig ist, war es gut die Grundzüge im Workshop aufzufrischen

Einladung Workshop ‚Einführung Komposition und Technik‘

Seit Anbeginn der bildenden Künste dominiert ein Thema die Gestaltung eines jeden Werks – die Komposition. Ganz gleich ob Malerei, Zeichnung oder Fotografie entsteht jedes Bild nach einer bestimmten Komposition. Aber worauf sollte man als Fotograf achten, welche Techniken gibt es und wie beeinflussen sie die Aussagen und die Wirkung des Bilder? Darauf wollen wir in unserem nächsten Workshop Antworten finden!

Was Dich erwartet

Dazu treffen wir uns am Samstag, den 29.06.2019, um 09oo Uhr in Raum S102|36. Um nicht den ganzen Tag im Raum herumzusitzen und das Wetter zu genießen, möchten wir den Workshop gerne interaktiv gestalten. Das haben wir uns folgendermaßen vorgestellt:

  • Einführung in Therorie der Komposition
  • Vorstellung von gängigen Techniken
  • Analyse von Euren alten Bilder nach den besprochenen Techniken
  • Rausgehen und vorgeführte Anwendung von Kompositionsregeln
  • Nun seid Ihr an der Reihe: Kamera schnappen und selbst ausprobieren
  • Zusammenkommen und Rekapitulieren
  • Freiwilliges um-die-Häuser-ziehen und fotografieren
was du vorbereiten kannst

Um möglichst viel mitzunehmen aus dem Workshop bitten wir Dich die folgenden Dinge mitzubringen bzw. vorzubereiten. Wer etwas nicht hat, kann uns gerne direkt ansprechen, in der Regel gibt es immer ein paar Dinge zum Teilen oder verleihen.

  • 2-3 Bilder, bei denen Ihr der Meinung seid eine gute Komposition zu haben
  • Kamera mit Objektiv
  • Leere Speicherkarten, voll Akkus (nicht andersrum)
  • (Stativ)
Für die Anmeldung

Schicke uns bitte eine eMail an kontakt@unifotoclub-darmstadt.de und teile uns mit, dass Du gerne teilnehmen möchtest und schicke am besten direkt 2 oder 3 Bilder mit, die wir dann gemeinsam im Workshop analysieren können.

Top 5 Kompetenzen für Fotografen

Heutzutage ist jeder Fotograf, jedes Handy macht Fotos von hervorragender Qualität, digitale Kameras sind so günstig wie nie und somit ist das Medium Fotografie für fast jeden erschließbar. Doch Foto ist nicht gleich Foto, denn nicht die Kamera macht die Bilder, sondern derjenige dahinter. Jede Kamera macht gute Fotos, doch ob ein gutes Bild entsteht hängt hauptsächlich davon ab, was die Person hinter dem Sucher macht. Bei der Kreation eines guten Fotos sind folgende Kompetenzen von besonderer Wichtigkeit:
  • Bildaufbau
  • Perspektive
  • Licht
  • Geduld & Glück
  • Technikverständnis
Dazu sei gesagt, dass diese Stichpunkte meine Ansicht widerspiegeln und auch die Reihenfolge meine Einschätzung der Relevanz berücksichtigt. Im Folgenden werde ich etwas weiter ausführen, wie ich zu dieser Meinung komme und was diese Punkte ausmacht.

Bildaufbau

Wer gute Bilder machen will, braucht ein Auge für seine Umgebung. Bewusst oder auch unbewusst sondiert man die Gegend nach geeigneten Motiven. Hat man eine Szenerie im Blick und zückt die Kamera, geht der Prozess der Bildgestaltung los. Der meiner Meinung nach wichtigste Punkt ist der Bildaufbau. Der Bildaufbau bestimmt die Aufteilung des Bildes, das man durch den Sucher oder Bildschirm sieht. Bekannte Beispiele sind die Drittelregel und der goldene Schnitt. Ein guter Bildaufbau trägt maßgeblich dazu bei, ob ein Foto vom Betrachter als spannend und ansprechend angesehen wird.
Der Bildaufbau entscheidet darüber, ob der Betrachter das Foto interessant findet oder nicht. Hier ist die Drittelregel recht gut nachzuverfolgen: Das Boden/Himmel-Verhältnis ist 1:2 und auch die Autolichter befinden sich im horizontalen Drittel.
Als Anfänger sollte man sich häufiger selbst kontrollieren, ob man den Bildaufbau genug wertschätzt. Mit der Zeit entsteht eine Routine und die Bildgestaltung wird intuitiv. Ein häufiger Anfängerfehler ist immer alles mittig zu platzieren, das gibt häufig eine sehr plumpe Bildwirkung. Aber man solle auch auf keinen Fall immer mit aller Gewalt z.B. die Drittelregel anwenden. Auch ein zentral ausgerichtetes Bild kann durchaus seine Reize haben. Im Zweifel gilt: ausprobieren, mit der Zeit entwickelt jeder dafür einen Blick.

Perspektive

Der Mensch ist auf zwei Beinen unterwegs und zum Fotografieren hat man die Kamera im Normalfall vor dem Gesicht. Die meisten Fotos entstehen also aus eine Höhe von 1,50 m bis 2,00 m, je nach Körpergröße. Diese sind dann sehr authentisch, denn das ist ein Blick, den jeder so auch sieht. Gerade bei der Portrait-Fotografie ist das häufig gefragt. Ab und zu sollte man sich allerdings selbst daran erinnern, aber mal die Perspektive zu wechseln. Auch bei Portraits kann man sich mal von oben und unten an das Model annähern, dabei können auch sehr schöne Bilder entstehen. Die klassischen Beispiele sind dabei die Froschperspektive (von unten) und die Vogelperspektive (von oben).
Durch den Wechsel der Perspektive, indem man mit der Kamera auf den Boden geht oder von oben fotografiert, bildet man einen ungewöhnlichen Blickwinkel ab und zieht so das Interesse auf das Bild.
Häufig bietet sich die Froschperspektive an. Dadurch entsteht eine Tiefe und das Bild wird spannender. Gerade auf der Straße tritt dann die Rauheit der Straße und die Eigenschaft des Fahrbahnbelags in den Vordergrund. Manchmal muss man sich dann auf den Boden legen, häufig lohnt es sich aber! Im Kontrast zur Froschperspektive steht die Vogelperspektive, die allerdings nicht immer realisierbar ist. Wenn man also von oben fotografieren möchte, sollte man eine Leiter mitbringen oder Treppen und Vorsprünge nutzen, manchmal hilft auch eine kleine Klettereinheit. Kameras mit Klappbildschirm erleichtern hier das Leben eindeutig. So kann man die Kamera auf den Boden stellen oder in die Luft halten und den Bildschirm so ausrichten, dass man das Bild jederzeit kontrollieren kann.

Licht

Der Ursprung des Wortes Fotografie kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie zeichnen mit Licht. Ohne Licht gibt es keine Fotografie und gute Bilder entstehen nur dann, wenn die Beleuchtung passt. Helle Stellen lenken den Blick auf sich, dunkle Bereiche treten in den Hintergrund. Der Kontrast zwischen Hell und Dunkel sorgt für Dynamik im Foto und sollte den Blick durch das Bild lenken. bewegung_01
Durch das gezielte Setzen von Licht sorgt man für Dynamik im Bild und lenkt das Auge auf das Hauptmotiv.
Arbeitet man mit Blitzen, kann man gezielt Licht und Akzente setzen. Dabei ist zu beachten aus welcher Richtung das künstliche Licht kommt und in welcher Härte. Schnell wirkt dann ein Bild unnatürlich und künstlich. Bei der available light Fotografie nutzt man das vorhandene Licht und gestaltet den Bildausschnitt nach der vorgefundenen Szenerie. Wichtig ist, dass das Hauptmotiv nicht komplett im Dunkeln steht und andere Helle Bereiche das Auge auf sich lenken. Häufig eine schwierige Aufgabe.

Geduld und Glück

Es gibt jede Menge gestalterische Regeln, die man beachten sollte, einige davon sind uns beim Lesen über den Weg gelaufen. Aber der Bildaufbau, gewählte Perspektive und das Licht mögen noch so genial sein, manchmal gehört ein Quäntchen Glück dazu, damit ein gutes Bild entsteht. Das kann man nicht beeinflussen, aber die Wahrscheinlichkeit steigt, wenn man sich Zeit nimmt. Selten kann man Situationen erzwingen oder beeinflussen, Geduld zahlt sich meistens aus. _rsf1349
Geduld und ein Hauch Glück sind häufig der Erfolgsschlüssel für ein gelungenes Bild.
Bevor man ein Foto macht ist es auch meistens sinnvoll die Szenerie zu beobachten. Wie schalten die Ampeln, wann fahren welche Autos in welche Richtungen, wie fahren die Bahnen… Und dann muss nur noch alles so passieren, wie man es sich vorstellt. Aber das kann man in den meisten Fällen nicht beeinflussen. Neben dem aktuellen Geschehen ist auch der Zeitpunkt am Tag entscheidend. Es muss dunkel sein, damit lange Belichtungszeiten funktionieren. Dann darf es aber auch nicht zu spät sein, weil sonst nur noch wenige Autos fahren, also am besten den Berufsverkehr abpassen. Das geht dann auch schon wieder nur ab Oktober und dann wird es auch mal schnell unangenehm kalt. Alles Faktoren, die man nicht beeinflussen kann, aber mit etwas Glück kommt auch noch mal ein wärmerer Tag.

Technikverständnis

Der letzte Punkt dreht sich um die Technik. Für viele ist dieser einer der wichtigsten, denn häufig wird die Meinung vertreten, dass derjenige, der eine teure Kamera besitzt auch automatisch gute Bilder macht. Aber diese Meinung vertrete ich nicht, die vorangegangenen Punkte haben einen deutlich höheren Einfluss auf das Kreieren guter Fotos. Die Kamera ist nur das Werkzeug, um das Gesehene festzuhalten. _rsf1372
Heutzutage machen eigentlich alle Kameras gute Bilder, da kommt es mehr darauf an, wie man das Bild aufbaut und weniger, mit wie vielen Megapixeln es aufgenommen wurde.
Ein Grundverständnis muss natürlich vorhanden sein, so muss man zum Beispiel wissen, wann man lange Belichtungszeiten braucht und wie diese mit der Blendeneinstellung zusammenhängen. Häufig hilft auch der Automatikmodus der Kamera gut aus. Sofern aber das Grundverständnis vorhanden ist, kommt es hauptsächlich auf den Bildaufbau an und weniger auf die Kamera. Ob dann eine Spiegelreflexkamera, eine Systemkamera oder auch nur die Kompaktkamera zur Verfügung stehen, ist dann häufig nicht maßgebend.

Weiterführende Empfehlungen

Oft sieht man sich um und sehnt sich nach einer neuen Kamera, dabei sollte man öfter versuchen mit dem was da ist sein Ziel zu erreichen. Oft ist man erstaunt, wie gut es dann doch klappt. Ein gutes Beispiel dafür, dass die Ausrüstung nicht der Garant für gute Bilder ist, liefern immer wieder die Kollegen von DigitalRev TV mit Ihrer „Pro Photographer, Cheap Camera“ Serie. Dort wird renommierten Fotografen eine billige Kamera in die Hand gedrückt und die haben dann die Aufgabe, damit zu fotografieren. Dabei kann man immer wieder staunen, welche Meisterwerke dabei entstehen. Zugucken ist natürlich leicht, aber es gibt auch einige Tipps, wie man seine eigenen Blick schulen kann. Wenn man sein technisches Equipment begrenzt, kann man sich auf das Wesentliche konzentrieren. Das Stichwort Festbrennweite hört man auch häufiger, wenn man sich im Internet umschaut. Unter anderem Benjamin Jaworskyj empfiehlt immer wieder vom Zoom Abstand zu nehmen. Er schlägt zum Beispiel vor, ein komplettes Jahr nur mit einer Festbrennweite zu fotografieren – man wird erstaunt sein, wie viel doch gut. Und gerade der Klassiker unter den Festbrennweiten, das 50mm f1.8, ist für um die 100€ zu bekommen. Mein persönlich Lieblingstipp ist allerdings noch weiter von allem Technischen zurückzutreten und sich der analogen Fotografie zu bedienen. Häufig haben die Eltern noch Kameras, die man sich ausleihen kann. Aber auch schon ab 50€ bekommt man eine solide Kamera mit Festbrennweite dazu. Man muss sich überwinden, damit anzufangen, hat nur 36 Bilder pro Film und keine Möglichkeit, direkt das gemachte Bild zu überprüfen – aber genau das macht den Reiz aus! 2015-03-09_farbnegativscan025
Fotografieren lernen ist nicht leicht, aber Übung hilft hier definitiv weiter! Also ab an die Kamera und neues ausprobieren.
Aber das muss jeder für sich herausfinden, da gibt es keinen garantierten Weg zum Erfolg. Wichtig ist: dranbleiben, rausgehen, fotografieren und dann schauen, was man besser machen kann und daran beim nächsten Mal arbeiten. Wie ist Euer vorgehen und wie schätzt Ihr die Reihenfolge der fünf Punkte oben ein, einverstanden oder kompletter Unsinn? Ich hoffe, der Beitrag hat Dir gefallen, dann kannst Du ihn auch gerne mal deinen Freunden zeigen und darüber diskutieren. Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Mal!