Handout Workshop ‚Photoshop Basics‘

Grüß Dich!

Hier findest Du das Handout zum letzten Workshop ‚Photoshop Basics‚. Ich werde einige Punkte zusammenstellen, die während der Live-Demo angesprochen wurden. Dabei habe ich meinen Workflow vorgestellt:

  1. Vom Raw (Landschaft) aus der Kamera über CameraRaw zum fertigen Foto mit reiner Raw-Entwicklung
  2. Vom Raw (Portrait) durch CameraRaw in Photoshop zur Retusche und dem Farblook
  3. Vom eingescannten Negativ in Photoshop zur Bereinigung

Ich habe die Adobe Creative Suite CS5.5, in der unter anderem Photoshop und Bridge enthalten sind. Bridge nutze ich zur Bildverwaltung, von da aus geht es dann in CameraRaw, den Raw Entwickler von Adobe, und Photoshop.

Bridge
Adobe Bridge

  1. Nach dem Kopieren der Bild auf meine Festplatte, gehe ich diese in der Regel (früher oder später) durch und versehe sie mit Bewertungen.
    Das ausgewählte Bild ist in Köln entstanden.

    Hier wurde lediglich mit CameraRaw gearbeitet. Die Lichter wurde runtergezogen, um den Himmel wieder herzustellen, Kontrast und Klarheit hochgezogen um mehr Spannung entstehen zu lassen. Die Teiltönung wurde eingesetzt, um die gesamten Szenerie blau zu betonen. Teiltönung bedeutet, dass Tiefen und Lichter mit einer Farbe gemischt werden können. Dadurch kann man schöne Farblooks und analog wirkende Bilder erzeugen.
    Außerdem wurde das Bild mit dem ‚Gerade-Ausrichten Werkzeug‘ begradigt. Wer dabei noch zoomen möchte, muss STRG+Shift gedrückt halten und mit der Maus einen Kasten in dem Bereich ziehen, den man vergrößern möchte.

    CameraRaw

    Hervorgehoben habe ich auch noch mal die Schnappschuss Funktion: Der Sinn davon ist, dass man Konfigurationen abspeichern kann, und hat so eine Bearbeitung gesichert, bevor man eine weitere testet. So braucht man das Bild nicht kopieren und spart Speicherplatz.
    Über den Pfeil rechts von den Grundeinstellungen kommt man über Camera Raw-Standards immer zurück auf die ursprüngliche Einstellung aus der Kamera.

    CameraRaw ist ein mächtiges Tool, mit dem man schon sehr viel aus dem Bildmaterial herausholen kann.

  2. Der zweite Teil beschäftigt sich jetzt mit der Bearbeitung von Portraits. Das Vorgehen schließt an das des ersten Bildes an. Im CamerRaw wurde nur der Kontrast leicht gepusht. In Photoshop kommt man dann durch Klicken auf öffnen. Dieser Schritt enthält einige sehr wichtige Einstellungsmöglichkeiten. Durch Drücken des Textes (bei mir: Adobe RGB (1998); 16 Bit; 2785×4193 (11,7MP); 300ppi) in CameraRaw Fenster unten mittig erhält man Zugriff auf diese Einstellungen.
    Farbraum: Standardmäßig ist hier sRGB eingestellt, ich arbeite mit AdobeRGB, der Unterschied ist, dass letzterer mehr Farben enthält.
    Farbtiefe: Hier arbeite ich mit 16Bit, anstatt mit standardmäßig 8Bit. Diese Einstellung legt fest, in wie vielen Schritten der Farbraum eingeteilt wird, also die Schrittweite zwischen zwei Farben. Wenn man also im gleichen Farbraum arbeitet und 16Bit eingestellt hat, dann hat man mehr Farbzwischenstufen als bei 8Bit.
    In Photoshop als Smart-Objekt öffnen: Diese Einstellung habe ich auch angehakt. Smart-Objekte sind Ebenen in Photoshop, die sich nicht direkt bearbeiten lassen, sondern nur nicht destruktiv arbeiten. Das heißt Filter werden nicht direkt auf die Pixel gerechnet, sondern als extra Ebene drauf gerechnet. Außerdem kommt man in Photoshop durch Doppelklick auf das kleine Bildchen in der Ebenenhierarchie zurück in CameraRaw und kann dort noch mal Einstellungen vornehmen. Sollte man das nicht als Standardeinstellung wählen wollen, kann man auch mit SHIFT+Klick auf Bild öffnen (wird zu Objekt öffnen) gehen und Photoshop startet das Bild als Smart Ebene.Also nachdem nun alle Einstellungen so sind, wie ich sie haben will, gehe ich in Photoshop rein.
    Da kann es dann vorkommen, dass man gefragt wird, ob der Farbraum beibehalten oder ob konvertiert werden soll. Da ich ja gerade AdobeRGB eingestellt habe, will ich da auch bleiben, also wähle ich eingebettete Profile beibehalten. Wer ausstellen möchte, dass diese Frage jedes mal kommt, weil man sowieso den Farbraum immer beibehalten will, der kann das über Bearbeiten -> Farbeinstellungen tun.
    farbwahl
    Sobald das Dokument so geöffnet ist, wie man es möchte, sieht man im Ebenen-Fenster die Hintergrundebene. Da ich das Bild als Smart-Objekt importiert habe, kann ich jederzeit wieder in den Raw Editor durch Doppelklick auf die Miniaturansicht zurückkehren.
    Dann beginnt die feinere Retusche in Photoshop. Als allererstes dupliziere ich die Hintergrundebene mit STRG + J und blende die Hintergrundebene aus. Smart-Ebenen kann man nicht direkt bearbeiten, aber ich möchte Hautunreinheiten retuschieren. Deshalb erstelle ich eine leere Ebene und stelle den Stempel auf Akt. und darunter. Jetzt kann ich mit den Bildinformationen aus der Smartebene retuschieren, dabei muss man allerdings beachten, dass Änderungen in CameraRaw nicht auf die retuschierte Ebene angewendet werden. Sobald also die Retusche abgeschlossen ist, sollte man nicht mehr in den Raw Editor zurückkehren. Nach Abschluss der Retusche gruppiere ich die Retusche-Ebene und die Smartebene mit STRG + G.Nachdem die Retusche abgeschlossen ist, kommt Dodge and Burn (D&B) an die Reihe. Dafür erstellt man eine neue Ebene, die mit 50%igem grau gefüllt wird und Weiches Licht als Mischmodus erhält. Danach sieht das Bild genauso aus, wie vorher. Durch Aufhellen und Abdunkeln des Grauwerts mit dem Abwedler- und Nachbelichter-Werkzeug, konturiert man das Gesicht und erzeugt mehr Plastizität. Dabei habe ich die Belichtung auf Werten zwischen 20 und 30%, je höher der Wert, desto stärker ist der Effekt.
    Einen guten Anhaltspunkt bietet diese Grafik:

    http://www.fxencore.de/gallery/tuts/steps/stepid_14_tutid_158_userid_3_aufhellen_abdunkeln.jpg

    Wer das Ergebnis vergleichen möchte kann über das Auge in der Ebenenübersicht einzelne Ebenen ein- und ausblenden.
    Ich habe die Methode von Calvin Hollywood übernommen, natürlich gibt es auch einen Haufen anderer Methoden. Ich habe mich für diese entschieden, weil man nicht-destruktiv arbeitet. Andere Methoden arbeiten direkt auf Pixelebene, sodass man im Nachhinein nichts mehr ändern kann. Wenn man bei Calvins Methode die Ebene wieder komplett auf 50% grau färbt, ist alles wieder weg.
    Mit ein wenig Routine geht D&B recht schnell und bringt einen großen Mehrwert, das also mal auszuprobieren empfehle ich sehr.

    Nachdem Retusche und Konturierung abgeschlossen sind, gilt es dem Foto jetzt noch den richtigen Bildlook zu geben.
    Hier habe ich mir für einen konstrastverstärkten Retro-Look entschieden. Zuerst erstellt man eine schwarz-weiß Ebene, da man aber nicht das Bild schwarz-weiß haben wollte, sondern damit den Konstrast verstärken will, muss man den Mischmodus der Ebenen auf Ineinanderkopieren stellen und die Deckkraft reduzieren (~30%). Die einzelnen Farbkanäle der schwarz-weiß Einstellung können nach belieben noch verschoben werden, um ein schönes und immer noch natürliches Aussehen zu bekommen.

    sw
    Farbregler für die Schwarzweiß Ebene

    Nachdem das Bild nun kontrastverstärkt ist, kommt noch der eigentlich Farblook drauf. Dazu erstellt man über Ebene -> neue Füllebene -> Farbfläche eine neue Ebene. Im Dialog wählt man als Modus Ausschluss aus, stelle die Deckkraft auf ~30% und bestätigt mit OK. Daraufhin muss man eine Farbe auswählen, ein sattes blau oder rot geben häufig schöne Effekte, dabei sollte man ausprobieren und schauen, was einem gefällt. In der Ebenenmaske der Farbfläche bin ich dann mit einem leichten grau Pinsel über das Weiße im Auge gegangen, um gelb herauszunehmen und es somit gesünder wirken zu lassen.
    So kommt man mit einigen Schritten und unter Wissen der benötigten Tricks und Kniffe zu einem sehr sehenswerten Ergebnis. Um in Photoshop zwischen dem Ausgangsbild und der fertiger Bearbeitung hin und her zu schalten und den Unterschied zu begutachten, ohne jede einzelne Ebene anklicken zu müssen, gehe ich mit ALT + links Klick auf die Hintergrundebene. Dadurch wird mit jedem Klick abwechselnd nur die Hintergrundebene oder alle anderen angezeigt.


    Das zweite Bild ist im selben Shooting entstanden. Die Bilder sind sich sehr ähnlich, der Hauptunterschied liegt in den geschlossenen Augen und dem somit betonten MakeUp. Das Vorgehen ist sehr ähnlich dem des vorangegangenen Bildes, weshalb ich nicht in der Tiefe alles noch mal erläutere sondern die Unterschiede hervorheben werde.

    Einschließlich Dodge and Burn ist das Vorgehen identisch, den Unterschied macht hier der Farblook. Und auch für den ist das Vorgehen schon mal aufgetaucht. Wieder arbeite ich mit einer schwarz-weiß Ebene auf dem Modus ineinanderkopieren, diesmal aber mit 100% Deckkraft. Dieser hebt zum einen den Kontrast, gibt dem Bild andererseits auch einen metallisch glänzenden Look, der sehr gut zum MakeUp passt.

    So sind zwei sehr ähnliche Bilder zu einem komplett unterschiedlichen, aber meiner Meinung nach sehr ansehnlichen Ergebnis gekommen.

  3. Zu guter Letzt kommt noch mein Workflow von analog geschossenen Bildern. Nachdem der Film (35mm) vollgeschossen, entwickelt und eingescannt ist, geht es wieder an die Nachbearbeitung. Zum einen muss der schwarze Rahmen, der vom Scannen übrig ist, noch entfernt werden und Staub, der beim Scannen stark vergrößert wird, retuschiert werden.
    Dazu gehe ich mit den gescannten jpgs aus der Bridge in Photoshop. Dieses mal brauche ich keine Smart-Ebene, denn ich kann ja auch nicht auf RAW-Daten zurückgreifen.
    Es startet mit dem Freistellungswerkzeug, mit dem ich den Rand so abschneide, dass möglichst wenig vom Bild wegfällt.
    Danach geht es auf Staubsuche, man sollte zwar sorgfältig vor dem Scannen den Staub wegpusten, aber immer verhindern kann man es nicht. Dazu mache ich mir den Navigator zunutze. (ggf. über Fenster -> Navigator einblenden) Ich stelle den Zoom ungefähr so ein, dass das gezoomte Fenster ein Neuntel des gesamten Bildes abdeckt. Dann gehe ich nach einem Raster (Im Kreis, ZickZack) über das Bild und halte nach Staub Aussicht. Auch hier gibt es wieder einige hilfreiche Shortcuts: ALT + Mausrad = Zoom, STRG + Mausrad = nach rechts und links verschieben, Mausrad = nach oben und unten schieben.
    Ich speichere die fertigen Bilder immer als neues jpg in einem bereinigt/fertig Ordner ab und erstelle kein PSD. Wollte man das tun, wäre es sinnvoll wieder eine extra Retusche-Ebene zu erstellen.

    Sobald ich etwas gefunden habe, suche ich mir eine ähnliche Stelle und markiere diese mit ALT + links Klick, von dort wird die Information genommen. Dann stemple ich die Information mit links Klick dort hin und verdecke den Staub, ohne, dass es im Endresultat sichtbar ist.
    Je nach Staub und Stempeln, muss man die Größe und die Weichheit des Stempels einstellen. Dazu kann man entweder links oben auf das Pinsel-Symbol gehen, macht einen Rechtsklick auf das Bild und ruft somit die Palette auf oder durch halten der ALT Taste und verschieben der Maus bei gedrückter linken Maustaste. Nach oben und unten verändert sich die Härte des Stempels, nach rechts und links ziehend ändert sich die Stempelgröße.
    Zum Schluss mache ich hin und wieder Anpassungen am Kontrast, halte mich aber bedeckt, denn ich fotografiere ja nicht umsonst analog.

Das war das, was am Donnerstag vorgestellt wurde. Jetzt weißt Du, wie ich arbeite, ich hoffe es bringt Dich weiter und Du kannst Dir vielleicht den ein oder anderen Trick abschauen.
Generell gilt: Kreativ sein und auch mal einfach was ausprobieren!

Ich würde mich auch sehr über Feedback freuen!
Also dann, haut rein!